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Christenverfolgung nimmt zu

Der 2. Weihnachtstag, der Stephanustag, ist traditionell dem Gedenken an die Menschen gewidmet, die wegen ihres christlichen Glaubens drangsaliert werden. Während wir bei Keksen, Punsch und Verwandtenbesuchen das Weihnachtsfest ausklingen lassen, müssen viele Christen Angst davor haben, Besuch der unangenehmsten Sorte zu bekommen. Etwa 200 Millionen Christen sind bedroht und müssen wegen ihres Glaubens mit ernsten Konsequenzen für Familie, Besitz, Leib und Leben rechnen. „Christenverfolgung: das sind nicht mehr nur die Schau- er- und Märtyrergeschichten aus den römischen Arenen vor 2000 Jahren. Es ist die erschreckende Gegenwart“, schrieb die Süddeutsche Zeitung vor zwei Jahren.

Die schlimmsten Bedingungen herrschen in Nordkorea, danach kommen viele muslimische Länder. Aber nicht nur dort geht es den Christen schlecht, wie folgender Bericht der christlichen Hilfsorganisation Open Doors zeigt: „Aaron (Name geändert) aus Eritrea traf sich regelmäßig in seiner Wohnung mit anderen Christen. Als ein Nachbar die Polizei darüber informierte, führte diese eine Razzia durch. Schwer bewaffnete Polizisten durchsuchten seine Wohnung und verhafteten alle Anwesenden. Erst nach acht Monaten Untersuchungshaft begannen die Verhöre. Wir wurden mit den unterschiedlichsten Leuten zusammengesperrt. Wir konnten kaum schlafen. Es gab keine Privatsphäre, und das bringt viele Demütigungen mit sich. Wir durften auch nur sonntags für 30 Minuten nach draußen in die Sonne. Weil Aaron sich weigerte, Informationen über andere Christen preiszugeben, kettete man tagelang seine Beine zusammen. Die Strapazen der Haft führten dazu, dass er einen Schlaganfall erlitt und seither teilweise gelähmt ist. Nach zwei Jahren im Gefängnis fiel Aaron in eine tiefe Depression.

Er tröstete sich mit dem Gedanken, dass Gott auch in seiner schwierigen Lage gegenwärtig war. Dies gab ihm die Kraft, andere Christen zu ermutigen, die ebenfalls inhaftiert waren. Er freundete sich sogar mit den Gefängniswärtern an und betete mit ihnen. Inzwischen wurde er überraschend freigelassen.“

Viele versauern allerdings in den Gefängnissen unter menschenunwürdigen Bedingungen. Unbeachtet von der Weltöffentlichkeit. Dabei fürchten die Machthaber dieser Länder kaum etwas so sehr wie schlechte Publicity. Deswegen ist es wichtig, den Blick nicht abzuwenden, unsere Politiker in Deutschland auf dieses Unrecht aufmerksam zu machen und die Christen in den betroffenen Ländern zu ermutigen. Die Hilfsorganisation Open Doors bittet bspw. darum, den verfolgten Christen kurze Ermutigungsbriefe zu schicken.

Viele Menschen in unserem Land fragen sich, warum die Christen in diesen Ländern überhaupt Bedrängungen und Verfolgungen auf sich nehmen. Warum nicht den Glauben in der Öffentlichkeit verleugnen und im Privaten oder im Herzen doch Christ sein. Aber das ist für diese Gläubigen kein Weg. Ihnen steht vor Augen, was Jesus in Matthäus 10, 33 sagt: „Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater.“ Diese Christen wissen: Widerfährt uns hier auch Schlimmes, wird alles vergessen sein, wenn wir bei Gott sind. Deswegen feiern sie auch unter schwierigen Bedingungen Weihnachten.

Nähere Informationen unter www.opendoors.de.

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