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Besuch in unserer Partnergemeinde in Lettland

Anfang Juni besuchte ich unsere Partnergemeinde in Lettland. Nach dem deutlich verspäteten Flug wurde ich am Flughafen von Pastor Ainars Springis abgeholt. Auf dem Parkplatz kamen gleich heimatliche Gefühle auf, wartete doch dort der alte Bus mit der Aufschrift „Johannisgemeinde Nordstemmen“ auf mich. Mit ihm kämpften wir uns durch den Wochenendverkehr Rigas, bis wir dann immer an der Düna entlang durch die wunderschöne Landschaft Lettlands nach Aizkraukle fuhren.

Nach einem herzlichen Empfang und Besichtigungstour feierten wir am Sonntag gemeinsam Gottesdienst. Diesen gestalteten verschiedene Mitarbeiter um Pastor Springis als Familien-Gottesdienst. Das zeigte sich insbesondere daran, dass neuere Lieder gesungen wurden, die ich beispielsweise aus dem 3|17 kannte - nur eben auf Lettisch.

Im Anschluss gab es einen kleinen Empfang, bei dem ich mit den Menschen ins Gespräch kam. Nur sehr wenige sprechen noch Deutsch, aber auf Englisch kann man sich mit den Jüngeren gut unterhalten. Dabei wurde mir deutlich, wie groß die Abneigung gegenüber Russland ist und wie froh die Letten sind, Teil der EU und der Euro-Zone zu sein. Obwohl gerade der Euro viele Herausforderungen mit sich bringt. Denn die Preise sind ähnlich hoch oder teilweise noch höher, aber das durchschnittliche Einkommen ist ein Drittel von unserem. Pastor Springis erzählte von einer Dame, die € 300 monatliche Rente erhält und im Winter allein für Wohnung und Heizung € 200 bezahlen muss. Und das ist kein Einzelfall.

Immer wieder trat auch zutage, wie groß der Respekt gegenüber Deutschland und den Deutschen immer noch ist. Auch aus diesem Grund wurde ich immer wieder gefragt, wie es mit unserer in die Jahre gekommenen Partnerschaft weitergehen kann. Ich versprach, diese Frage mit nach Deutschland zu nehmen.

Ich denke schon, dass es auch im Interesse unserer Gemeinde ist, die Partnerschaft aufrecht zu halten. Es ist immer gut, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken und sich vom tiefen Glauben der lettischen Christen anstecken zu lassen.

Marcus Piehl

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